An Oma im Himmel

Hallo Oma,
Du hast ja gar keine Ahnung wie sehr ich dich manchmal vermisse und wie nachdrücklich ich manchmal die Trauer verdrängen muss, damit ich nicht schon wieder in bitterliche Tränen ausbreche.
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Oh wie sehr ich die Krankheit hasse, die dich von uns nahm.
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Ich weiß, dass du gesagt hast, „Mei Madla, du mer fei jo ned greina, wenn ich mol sderb!“
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Du hast gesagt, dass du dann „bei unnerm Hergodd“ bist und beim Opa.
Aber auch wenn du vielleicht jetzt bei den beiden da oben im Himmel bist, so sehe ich dich noch heute in deiner Küche, wie du auf deiner Eckbank sitzt und „mei Madla“ sagst, als ich reingekommen bin und mich strahlend angeschaut hast und wie mir mein Herz aufging und überfloss von all der Liebe.
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Wir hatten doch abgemacht, dass du erst sterben dürftest, wenn ich dir ein Urenkelkind in die Arme gelegt habe.
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Von jemandem der schreibt geliebt zu werden heißt für immer zu leben.
Bis zu diesem Moment, da diese Buchstaben aufhören zu existieren.
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Dein letzten Worte am 23.8.17. „Ann, mach des Fenster auf, dei Oma grichd ka Lufd“!
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Immer wieder weine ich, obwohl du es mir damals verboten hast und verhalte mich manchmal so ähnlich wie du, benutze deine Standardsprüche, koche und backe so gerne wie du und mittlerweile gelingt mir das auch einigermaßen und in mir lebst du wohl irgendwie weiter und doch würde ich all meinen Besitz geben, wenn ich dich nur zurück hätte.
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In Liebe
Ann